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Sbonias: „Das hat die Mannschaft mit Bravour gelöst“

19.1.2026

Die U21 des 1. FC Köln startet am Sonntagnachmittag (14 Uhr) in die Restrunde der Regionalliga-West. Zum Pflichtspielauftakt 2026 gastiert das Team auswärts beim SC Wiedenbrück. Vor dem Re-Start spricht U21-Cheftrainer Evangelos Sbonias unter anderem über die bisherige Saison, den Austausch mit der U19 und den Profis und den Stellenwert der Nachwuchsarbeit beim 1. FC Köln.

Laki, wie fällt Dein Fazit zur Winterpause aus? Wie zufrieden bist Du mit der bisherigen Saison?

Evangelos Sbonias: An den freien Tagen konnte man noch einmal ein bisschen mehr reflektieren. In großen Teilen fällt das Fazit positiv aus. Aufgrund des schlechten Starts in die Saison können wir aber nicht gänzlich zufrieden sein. Betrachtet man die Entwicklung, kann man sehr viel Positives rausziehen.

Was hat der schwierige Start mit der Mannschaft gemacht?

Die Jungs sind recht früh in der Saison, in einem sehr jungen Alter und nach einem großen Kaderumbruch unter Druck geraten. Gegen Wuppertal standen wir fast schon mit dem Rücken zur Wand und mussten gewinnen, um nicht richtig unten reinzuschlittern. Das hat die Mannschaft mit Bravour gelöst, ist gestärkt aus der Situation rausgekommen und hat eine tolle Serie hingelegt. Wir haben aus den folgenden 13 Spielen 26 Punkte geholt. Neben dem mannschaftlichen Blick haben sich auch einzelne Jungs sehr gut entwickelt, das ist bekanntlich unser Hauptziel.

Insgesamt habt Ihr sehr viele Gegentore kassiert. Lag darauf nun in der Wintervorbereitung der Hauptfokus?

Wir haben uns zwei Sachen auf die Fahne geschrieben für die restliche Saison. Zum einen arbeiten wir weiter daran, die Spieler an die Grenze zu bringen, an der wir sie an die Lizenzmannschaft abgeben können. Das ist das oberste Ziel, dass wir Spieler so präparieren, dass sie ein Thema für die Profis werden. Und der zweite Punkt ist, dass wir diese Gegentorflut in den Griff bekommen und vor allem die einfachen Gegentore abstellen. Das hat viel mit individualtaktischen Themen zu tun und mit dem Defensivverhalten der gesamten Mannschaft, da müssen wir uns verbessern.

Wie ist die Personalsituation vor dem Restart?

Artem Belousov und Malek El Mala sind noch in der Reha, alle anderen gesund. Die Spieler sind alle in einem sehr guten Zustand aus der Pause zurückgekommen, einige haben sogar noch ein, zwei Prozentpunkte draufgepackt, sodass wir sofort mit den Inhalten starten konnten.

Du hast den Umbruch im Sommer schon angesprochen, auch Führungsspieler wie Marco Höger sind weggebrochen. Wie hat sich die Mannschaft gefunden und inwieweit sind Spieler in Führungsrollen hineingewachsen?

Diesen Umbruch vergisst man schnell, wenn sich die Mannschaft entwickelt, wenn Spieler wie Bernie Lennemann, Cenny Neumann oder Yannick Mausehund nah am Profikader sind. Aber wir hatten eine Situation, in der wir die Mannschaft und Führungsriege fast komplett ausgetauscht haben. Verbunden mit dem schlechten Start kann man auch schnell in einen Negativstrudel kommen, doch das ist bei uns nicht passiert. Das hat vor allem mit den Jungs zu tun, die in dieser Phase einen Teamgeist entwickelt und zueinander gefunden haben. Zusammen mit den Führungsspielern wie Mikail Özkan, Luca Dürholtz, Marvin Ajani oder Tobias Trautner haben sie sich reingebissen und teamtechnisch Schritte nach vorne gemacht.

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In der U21 gestaltet sich der Kader oft flexibel, weil Spieler zum Teil schon bei den Profis dabei sind und auch ein Austausch mit der U19 stattfindet. Wie stellt sich das im Alltag für Dich dar?

Ich kommuniziere täglich mit Stefan Ruthenbeck und mit dem Trainerteam der Lizenzmannschaft – sei es mit Frank Kaspari oder direkt mit Lukas Kwasniok. Da möchte ich wirklich ein Kompliment aussprechen: Das Trainerteam ist sehr transparent, die Türen und Ohren sind immer offen. Genauso ist auch die Zusammenarbeit mit Stefan Ruthenbeck. Wir arbeiten nun schon die dritte Saison zusammen und besser und produktiver könnte der Austausch im Sinne der Ausbildung der Jungs gar nicht sein.

Ist es in der restlichen Saison das Ziel, noch mehr U19-Spieler hochzuziehen?

Auf jeden Fall. Wir haben besprochen, dass erst einmal jeder Spieler in seiner Mannschaft ankommen soll. Und dann betrachten wir individuell, was der nächste Schritt ist und was Sinn ergibt. Das ist Detailarbeit, das haben wir in den vergangenen beiden Jahren auch so gemacht. Durch die Youth League ist es nochmal einen Tick komplexer.

Auffällig ist, dass sich die Tore unter Euren Spielern sehr gut verteilen, sechs Spieler haben bereits drei oder mehr Tore erzielt. Ein Zeichen für Unberechenbarkeit?

Wenn man es positiv sieht – und das mache ich, dann zeigt es, dass wir mehrere Jungs haben, die Tore schießen können und Drang zum Tor haben. Gleichzeitig kann man sagen, dass wir Potenziale in der Defensivarbeit haben, weil wir zu viele Gegentreffer bekommen haben, das ist nicht wegzudiskutieren. Wir haben offensiv sehr spektakuläre Spiele abgeliefert mit schönen Toren und hohem Unterhaltungswert. Das erklärt vielleicht auch, warum wir an der einen oder anderen Stelle ein Gegentor zu viel bekommen haben.

Habt Ihr Euch mit der Mannschaft ein klares Ziel für die restliche Saison gesetzt?

Wir wollen als Mannschaft stabil weiter punkten. Der Fokus liegt aber vor allem auf der Entwicklung. Die Jungs in eine Verfassung zu bringen, dass sie ein Thema für unsere Lizenzmannschaft werden und im besten Fall dort einen Kaderplatz bekommen oder sogar ihr Debüt feiern. Wir sind auch ehrlich miteinander: In den letzten beiden Jahren haben wir es in der Rückrunde nicht geschafft, starke Hinrunden zu bestätigen. Zwar jeweils aus erklärbaren Gründen, das soll dieses Mal aber anders werden. Wir wollen die Hinrunde bestätigen, weiter stabil punkten und vielleicht noch den ein oder anderen Platz nach oben klettern, um das Maximum herauszuholen.

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Zum Start geht es nach Wiedenbrück. Wie schätzt Du den Auftaktgegner ein?

Das ist ein Stück weit eine Wundertüte. Wir wissen nicht, wie die Wetterverhältnisse sein werden, gehen aber davon aus, dass der Platz nicht im besten Zustand sein wird. Dann sind andere Tugenden gefragt, wenn man dort gewinnen will. Wir können nicht nur über die spielerische Komponente kommen. Wir bereiten die Jungs darauf vor, dass es viel über Mentalität, Kampf und Eins-gegen-Eins-Situationen gehen wird – offensiv wie defensiv. Das kann aber für uns auch wertvoll sein, zu sehen, wie die Jungs damit umgehen.

Wir haben schon über den schwierigen Start in die Saison gesprochen. Aus den Spielen gegen die kommenden drei Gegner habt Ihr in der Hinrunde nur einen Sieg geholt. Ist die kommende Ausbeute nun ein Maßstab für die Entwicklung?

Hundertprozentig. Wir hatten aus den ersten fünf Spielen nur einen Sieg – so wollen wir auf keinen Fall in die Restrunde starten. Wir haben nun schon einen Sieg vorgelegt. Der Fokus liegt klar darauf, das deutlich besser zu machen.

Zum Abschluss noch ein Blick weg von Deiner Mannschaft auf die Youth League. Nach eineinhalb Tagen waren schon 30.000 Tickets weg (Hier geht's zum Ticketshop). Wie sehr freut Dich das für den Verein und die Nachwuchsarbeit?

Ganz ehrlich: Da wird mir wieder vor Augen geführt, bei welch geilem Verein ich arbeite. Das ist eine brutale Wertschätzung für die gesamte Arbeit der Akademie. Ich freue mich für die U19, für das Trainerteam und für die Jungs, die die Chance bekommen, sich auf dieser Bühne zu zeigen. Das zeigt den Stellenwert der Nachwuchsarbeit hier.