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Schritt für Schritt: Hübers legt die Krücken weg
Mehr als zweieinhalb Monate ist es inzwischen her, dass sich Timo Hübers im Auswärtsspiel des 1. FC Köln bei Borussia Dortmund eine schwere Knieverletzung zugezogen hat. Nach der Operation und einiger Zeit, in der er sein Bein nicht bewegen durfte, ist der Verteidiger inzwischen wieder täglich am Geißbockheim, um seine Reha zu absolvieren. Am vergangenen Freitag folgte der nächste Step: Hübers durfte die Krücken weglegen.
„Solange man auf Krücken ist, ist man bei jeder Kleinigkeit auf Hilfe angewiesen. Man muss gefahren werden, kann sich keine Tasse Kaffee selbst an den Tisch holen, am Anfang konnte ich mir nicht einmal den Thrombosesocken allein anziehen“, schildert Hübers die Einschränkungen. „Deshalb ist man umso dankbarer, wenn man merkt, dass man wieder Dinge allein schafft – auch wenn Menschen um einen herum da sind, die einem gerne helfen.“
Schritt für Schritt zurück zu Normalität. „In der Reha macht man immer kleine Schritte. Von Tag zu Tag merkt man das gar nicht unbedingt, aber wenn man von Woche zu Woche schaut, komme ich auf jeden Fall voran und habe auch selbst das Gefühl, dass der Körper wieder mehr zulässt“, sagt Hübers über seine Fortschritte.
Hübers: „Das war das Belastendste“
Durch die Verletzung hat sich Hübers' Alltag von heute auf morgen geändert. „Die Langeweile war am Anfang riesig. Ich kam vom täglichen Leistungssport und war dann plötzlich ans Sofa gefesselt – das war neben den körperlichen Beschwerden das Belastendste.“ Was er in dieser Zeit gemacht hat? „Ehrlich gesagt nichts besonders Sinnstiftendes. Mal eine Serie geschaut, am Handy gespielt, ein Buch gelesen und immer zwischen diesen Sachen gependelt. Ich habe einfach versucht, die Zeit totzuschlagen.“

Dazu kamen die Schmerzen und die eingeschränkte Beweglichkeit. „Das Schlimmste war eigentlich, dass man am Anfang nicht richtig schläft“, erzählt Hübers. „Man liegt zwar im Bett, aber der Schmerz lässt einen nicht einschlafen. Man ist sehr unbeweglich, kommt nicht in den Tiefschlaf, nimmt das mit in den Tag, ist müde und hat Schmerzen. Das hat sich inzwischen aber wieder normalisiert, und ich schlafe wieder gut.“
Die Szene nicht mehr angeschaut
Die Szene der Verletzung hat sich der Verteidiger bis heute nicht noch einmal angeschaut. „Ich habe nach der Verletzung kurz runtergeschaut und war selbst schockiert. Ich glaube nicht, dass mir das im Genesungsprozess helfen würde. Schon vor meiner eigenen Verletzung habe ich mir solche Szenen ungern angeschaut. Mir wurde aber oft genug gesagt, wie schlimm es aussah.“
Die Anteilnahme war riesig. Auch weil die Aufmerksamkeit durch das Topspiel am Samstagabend in Dortmund ohnehin enorm groß war. „Ich habe unzählige Nachrichten bekommen. Man bekommt am Anfang dann auch starke Medikamente, mit der OP folgt ein großer Eingriff. Ich war psychisch und physisch am Anschlag.“ Mit dem Verlassen des Krankenhauses habe sich das dann aber wieder in geregeltere Bahnen begeben. „Vor allem meine Freundin war in dieser Zeit unglaublich für mich da und hat sich rührend gekümmert. Dafür habe ich jetzt ein bisschen Minus im Haushalt“, sagt Hübers.
Und mit der Zeit kam auch der positive Blick nach vorne. „Am Anfang hadert man natürlich“, sagt Hübers. „Aber mit dem Verlassen des Krankenhauses und der Rückkehr ans Geißbockheim, mit einem geregelten Alltag, war für mich klar: Am Ende dieses langen Reha-Weges möchte ich wieder auf dem Platz stehen.”
