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Thielmann: „Überzeugt, dass wir ein gutes Spiel machen“

11.2.2026

Jan Thielmann hat am vergangenen Wochenende nach genau einer Halbserie wieder getroffen. Im Interview blickt er auf das Tor und die aktuelle sportliche Situation, der Fanliebling spricht aber auch über Karneval und den Umgang damit.

Jan, am Dienstagabend stand auch für Euch als Mannschaft die FC-Karnevalssitzung an. Wie war es für Euch?

Jan Thielmann: Es hat Spaß gemacht und war wie immer schön. Man sieht die Leute einmal außerhalb des Fußballs und jeder kann sich auch ein Stück weit ausleben.

Du hattest zusammen mit Eric Martel und Denis Huseinbasic ein Dreierkostüm als Chipmunks. Wie kam es dazu?

Ich weiß nicht mehr, welche unserer Freundinnen die Idee genau hatte, aber wir haben es irgendwo gesehen und fanden es ganz cool. Da wir drei uns super verstehen und unsere Freundinnen auch, dachten wir, dass wir dieses Sechser-Gruppenkostüm machen können. Ich glaube, das ist am Ende auch ganz gut gelungen.

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Wie geht Ihr als Team um mit dem Spagat zwischen der fünften Jahreszeit einerseits und dem Bundesliga-Betrieb andererseits?

Wir trainieren jeden Tag, haben am Samstag das Spiel – dadurch sind wir ohnehin limitiert rauszugehen oder zu feiern. Wir haben am Samstag ein wichtiges Spiel vor der Brust, das wir erfolgreich bestreiten möchten. Dann haben wir trotzdem noch Zeit, um danach ein bisschen zu feiern.

Wärst Du ohne den Job als Profisportler noch mehr Karnevals-Jeck?

Ich glaube auf jeden Fall. Das ist hier einfach ein Gemeinschaftserlebnis in Köln, an diesem Tag gibt es keine Feinde, nur Freunde. Da gibt es eine Gruppendynamik in der ganzen Stadt, das ist schon einzigartig.

Wie wichtig findest Du, dass der Verein das lebt – bei allen angesprochenen Limits, die Ihr als Profisportler habt?

Ich finde es sehr wichtig. Der Verein und die Stadt Köln sind ja ohnehin sehr eng miteinander verbunden. Da wäre es künstlich, wenn man sagt, der Karneval ist nichts für den FC. Die Verbindung sieht man auch an den Karnevalstrikots, die wir immer tragen. Diese Verbindung sollte man aufrecht erhalten, es gehört einfach zusammen. Ganz Köln feiert Karneval, ganz Köln feiert den FC.

Wie habt Ihr die Neuzugänge an das Thema herangeführt?

Das Wichtigste ist, ihnen zu sagen, dass sie sich ein Kostüm besorgen müssen. Ansonsten bin ich ein Freund davon, dass man gar nicht so viel erzählt, sondern sie es selber miterleben. Jeder, der hier Karneval in Köln erlebt hat, kann haufenweise Geschichten davon erzählen, weil es einfach schön und etwas Besonderes ist.

Weg vom Karneval, hin zum Sport: Wie habt Ihr es geschafft, diese bittere Niederlage gegen Leipzig zu verarbeiten?

Das hing schon noch eine Weile in den Knochen, am Sonntag und Montag noch. Aber so ist der Fußball, dass es Situationen gibt, in denen man sich auch mal ein bisschen benachteiligt fühlt. Das nehmen wir jetzt aber nicht mehr mit, das ist abgehakt. Wir ärgern uns über die Niederlage, weil wir ein gutes Spiel gemacht haben. Aber das hat keine Auswirkungen auf das Training oder das nächste Spiel.

Du hast das Tor gemacht, genau eine Halbserie nach Deinem letzten Tor, ebenfalls gegen Leipzig. Dein Lieblingsgegner?

Das weiß ich nicht (lacht). Der Schuss ist mir in der Situation einfach gut gelungen. Aber wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich natürlich auch gegen andere Gegner gerne öfter treffen.

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War das Tor für Dich persönlich auch ein Stück weit ein befreiendes Gefühl? Nach dem guten Saisonstart warst Du verletzt, dann gab es eine für die Mannschaft und auch für Dich nicht ganz einfache Phase.

Klar, ein Tor tut immer gut. Noch besser wäre es aber, wenn es für Punkte gereicht hätte. Man hat persönliche Ziele und Ambitionen, aber am Ende zählt immer, dass die Mannschaft erfolgreich ist. Deshalb gebe ich mich auch mit weniger persönlichen Scorern zufrieden, solange wir die Klasse halten.

Wie siehst Du diesbezüglich die Ausgangslage? Platz zehn kann aufgrund von nur vier Punkten Abstand zum Relegationsplatz etwas trügerisch wirken.

Absolut. Platz zehn sagt erstmal weniger aus als man denken mag. Wir sind uns der Situation bewusst. Aber wir wissen auch, wie wir Fußball spielen, dass wir zum Beispiel noch in keinem Spiel wirklich unterlegen und meistens mindestens auf Augenhöhe waren. Ich weiß, was wir in Petto haben. Oft hat uns nicht viel gefehlt, um noch mehr Punkte zu holen.

Der kommende Gegner VfB Stuttgart lag Euch in den letzten Jahren nicht unbedingt. Wie blickst Du auf das Spiel und den Gegner?

Stuttgart hat sich in den letzten zwei, drei Jahren stabilisiert. Ich kann mich noch an unser Spiel dort erinnern, in dem sie sich in die Relegation gerettet haben. Sie haben sich unfassbar gut entwickelt. Das wird mit Sicherheit kein einfaches Spiel für uns, aber wir blicken optimistisch darauf, weil uns die letzten Spiele auch Aufwind geben. Ich bin davon überzeugt, dass wir wieder ein gutes Spiel machen.