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Tom Krauß: „Ein anderer Mensch auf dem Platz“
Er hat sich seinen Stammplatz im wahrsten Sinne erkämpft. Tom Krauß geht im defensiven Mittelfeld als emotionaler Leader voran. Dabei war der Sommerneuzugang zu Beginn der Saison noch häufig aus der ersten Elf herausrotiert. Im Interview mit fc.de spricht der 24-Jährige über seine Rolle im Team, seine Spielweise und das kommende Heimspiel gegen seinen ehemaligen Club.
Hallo Tom, lieber in der 30. Minute selbst das 1:0 erzielen oder in der 90. Minute den entscheidenden Zweikampf gewinnen?
Tom Krauß: Auf jeden Fall den Zweikampf gewinnen (lacht).
Gegen Wolfsburg hast Du Dich in der Nachspielzeit in jeden Ball geworfen und die drei Punkte verteidigt. Woher nimmst Du da noch die Kraft?
Das bin ich. Meine Mentalität ist einer der Gründe, weshalb ich Profi geworden bin. Ich bin jedes Mal unfassbar froh, vor so vielen Zuschauern spielen zu dürfen. Ich mag diese Situationen. Das passt zu meiner ekligen Spielweise.

Seit der Winterpause standest Du in vier der fünf Partien in der Startelf. Kann man sagen, dass Du Deine Rolle gefunden hast?
Definitiv. Ich hatte schon in den letzten Spielen vor der Pause einige Einsätze. Da kam ich so langsam ins Rollen. Die freien Tage im Urlaub haben dann nochmal gutgetan. Man kann schon sagen, dass ich jetzt voll angekommen bin. Ich freue mich, dass ich so viel auf dem Platz stehen darf. Am Ende bleibt es aber ein Tagesgeschäft und ich will auch gegen Leipzig wieder performen.
Ist es nach einem Wechsel normal, dass man erstmal seine Zeit braucht?
Es war eine andere Situation, weil ich zu Saisonbeginn auf unterschiedlichen Positionen gespielt habe, die ich zum Teil erst lernen musste. Der Trainer hatte mehrere Ideen mit mir, im Hinspiel gegen Leipzig habe ich Linksverteidiger gespielt. Das hat sicherlich eine Rolle gespielt. Ob ich deswegen länger gebraucht habe, kann man sicherlich so deuten, liegt aber in der Vergangenheit. Jetzt blicken wir nur noch nach vorne.
Man sieht Dich nach Zweikämpfen oder gelungenen Aktionen immer wieder die Fans anpeitschen. Kommt das einfach aus Dir raus?
Das passiert einfach. Meine Familie und Freunde wissen das. Ich bin auf dem Platz ein anderer Mensch. Privat bin ich ruhiger und entspannter. Wenn der Pfiff ertönt, lege ich den Schalter dann um. Fußball ist mein Leben. Auf Siege in einer harten Woche hinzuarbeiten, das ist alles für mich. Das will ich in jeder Aktion zeigen. Gerade Zweikämpfe sind wichtig, um Konter zu unterbinden und weniger Gegentore zu bekommen. Das ist einfach meine Spielweise.

Nürnberg, Schalke, Bochum und jetzt der FC. Hilft Dir ein emotionales Umfeld, um erfolgreich zu sein?
Ganz klares, Ja! Das war einer der Gründe, weshalb ich nach Köln gewechselt bin. Ich brauche diese Emotionalität, um mein Spiel auf dem Platz zeigen zu können. Ich war am Mittwoch beim Spiel der U19 gegen Inter. Da hat man wieder gemerkt, wie sehr diese Stadt den Fußball lebt. Das passt einfach zu mir und meinem Spiel.
Ist das einer der Aspekte, die den FC von anderen Clubs unterscheiden?
Auf jeden Fall. Die ganze Stadt lebt den Verein. Das bekommst du mit, wenn du zum Spiel hin oder nach dem Spiel nach Hause fährst. Die ganze Woche wird nur über den FC geredet. Das kenne ich schon von ein, zwei anderen Clubs, aber hebt sich im Vergleich schon sehr ab. Dazu zählt natürlich auch die Stimmung. Die Hymne ist schon sehr besonders. Bei der Youth League konnte ich sie mal anders erleben und auf mich wirken lassen, ohne mich auf ein Spiel zu fokussieren.
Aus den fünf Spielen seit dem Re-Start habt Ihr sieben Punkte geholt. Wie ordnest Du die Ausbeute ein?
Wir haben sowohl gute als auch nicht so gute Halbzeiten gespielt. Gegen Mainz und Wolfsburg haben wir die Spiele dann auch gezogen. Gegen Heidenheim und Freiburg hat uns ein Stück weit das Glück gefehlt. Gegen die Bayern haben wir gut mitgehalten, dort hat sich hinten heraus aber die hohe individuelle Qualität durchgesetzt. Mit dem Sieg im Rücken können wir selbstbewusst ins Spiel gegen Leipzig gehen und weiter Punkte holen. Denn man sieht auch, dass die Konkurrenz nicht schläft.

Was erwartet Euch am Sonntag gegen Leipzig?
Sie haben gerade eine Phase, in der sie nicht so viele Punkte einfahren. Auch gegen Mannschaften, die unsere Konkurrenten sind. Trotzdem haben sie eine unfassbare Qualität, egal wer auf dem Platz steht. Wir sind der Außenseiter, das ist klar. Wir wollen als Team wie gegen Wolfsburg sehr ekelhaft sein, kompakt stehen und auf unsere Chancen lauern.
Du wurdest in Leipzig ausgebildet und kennst den RB-Fußball. Wie kann man ihn knacken?
Seitdem ich aus Leipzig weg bin, hat sich der Spielstil ein Stück weit verändert. Damals war es viel Pressing, heute haben sie viel Struktur mit Ball. Gegen solche Mannschaften gehört auch eine Portion Spielglück dazu. Der Trainer wird einen guten Plan haben, wie wir sie ärgern können. Das wollen wir umsetzen.
