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„Unbeschreiblich“: Ruthenbeck und seine Jungs zum Rekordspiel
Nach dem 1:3 der U19 gegen Inter Mailand im Sechzehntelfinale der UEFA Youth League befanden sich Staff und Team in einem emotionalen Ausnahmezustand. Hier gibt's die Stimmen zum Rekordspiel vor 50.000 Zuschauern im RheinEnergieSTADION.

U19-Trainer Stefan Ruthenbeck: „Obwohl Mailand in der ersten Halbzeit mehr Ballbesitz hatte, waren wir einen Tick gefährlicher. Sie haben um unseren Sechzehner gespielt, waren aber nicht richtig torgefährlich. Wir ein bisschen gepennt in der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit, sind aber gut zurückgekommen. Die Jungs haben Gas gegeben. Nach dem 1:1 hätte ich mir ein bisschen mehr Mut gewünscht, nochmal vorne draufzugehen. Trotzdem hatten wir zwei, drei Konter-Möglichkeiten. Es ist total bitter. Die Jungs sind am Heulen gerade. So schlimm und so hart kann manchmal der Fußball sein. Unterm Strich haben wir einem großen Club aber mehr als Paroli geboten, wir hatten sie nah dran am Elfmeterschießen. Schade, dass unsere Reise durch Europa so zu Ende gegangen ist.“

Kapitän Jonathan Friemel: „Wir sind alle extrem enttäuscht. Wenn man so nah dran ist und mit der letzten Aktion das 1:2 kriegt, ist das einfach bitter. Das Ergebnis wird uns nicht gerecht, weil wir bis zur letzten Sekunde gekämpft haben. Ob der Flitzer die spielentscheidende Situation war, weiß ich nicht. Ich glaube nicht, dass das ausschlaggebend war. Inter hat es noch einmal gut zu Ende gespielt, das muss man anerkennen. Wir waren am Ende platt, aber wir hätten uns schon ins Elfmeterschießen retten können. Es war ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist. Ich hatte Gänsehaut. Vor 50.000 einen Weltrekord aufzustellen, war einfach der Wahnsinn. Jeder von uns hat das genossen. Und wenn man sieht, wie Youss und Fynn am Wochenende fighten dürfen mit 50.000 im Rücken, da hat man schon richtig Bock, das zum Alltag zu machen. So einfach ist das natürlich nicht, aber wir arbeiten alle jeden Tag für dieses Ziel.“

Verteidiger Luis Stapelmann: „Als wir das Tor geschossen haben – das war unglaublich, nicht in Worte zu fassen. Das war ein ähnliches Gefühl wie bei der Meisterschaft. Da habe ich schon Flashbacks bekommen. Mit den Fans im Rücken, das war überragend. Das spiegelt den Verein wider, dass wir solche Rekorde brechen – da bin ich extrem stolz drauf. Dieser Verein ist einmalig. Ich habe mich immer zu 100 Prozent mit dem FC identifiziert. Jetzt ist mir diese Fankultur noch einmal besonders aufgefallen. Wir sind unglaublich dankbar, dass wir nach dem Spiel so aufgefangen wurden und die Fans applaudiert haben. Das hilft die nächsten Tage auf jeden Fall, um die Niederlage zu verarbeiten. Vor dem Spiel war es schon eine besondere Anspannung in der Kabine, etwas ruhiger als sonst, das hat mir gefallen. Als wir dann rausgegangen sind, wollte ich eigentlich ernst bleiben, aber musste trotzdem grinsen. Ich habe die anderen Jungs angeschaut, die haben auch alle gestrahlt. Das Ziel haben wir alle, dass solche Spiele irgendwann zur Gewohnheit werden und es in den Profibereich zu schaffen.“

Stürmer Youssoupha Niang: „Es war ein unbeschreibliches Gefühl, worauf man wartet, seit man als kleiner Junge anfängt Fußball zu spielen. Es gab immer wieder Phasen, in denen man die Stimmung während des Spiels nicht so mitbekommt, aber es gar nicht mitzubekommen, ist unmöglich. Bei unserem Tor gab es Emotionen, die einfach unbeschreiblich sind. Da hatten wir das Gefühl, das Spiel doch noch drehen zu können. Nach dem Spiel war es einfach schön, trotz der Niederlage so eine Unterstützung von den Fans zu bekommen. Wir standen da, alle Fans waren noch da, sind für uns geblieben, haben für uns gesungen und uns gezeigt, dass es weitergeht. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Akademie-Bereichsleiter Markus Halfmann: „Das war so ein super Event für uns. Wir sind total dankbar, dass wir hier spielen durften. Das ist zwischen zwei Profi-Heimspielen nicht selbstverständlich. Dass es dann auch noch ausverkauft war, ist sensationell. Wir haben hier den Weltrekord aufgestellt und sind alle mega stolz, auch wenn gerade die Enttäuschung überwiegt.“
