
Waldschmidt: „Dieses Motto stand über dem Spiel“
Es ist die 86. Minute, Jan Thielmann ist über links durch und legt den Ball perfekt quer. Luca Waldschmidt ist da, nimmt den Ball mit links direkt und trifft zum 1:0-Sieg des 1. FC Köln beim SSV Ulm. „Das war wichtig für uns alle. Man hat am Jubel gesehen, wie wir alle zusammen gefeiert haben“, sagte Waldschmidt nach der Partie. „Das war unser großes Motto, das über dem heutigen Spiel stand: Einen extremen Zusammenhalt zu haben, dass einer für den anderen da ist und wir alle Widerstände bekämpfen.“
Der Torschütze lobte den Vorbereiter Jan Thielmann: „Das war einer der wenigen Momente in der zweiten Halbzeit, in denen wir im letzten Drittel sauber geblieben sind. Jan nimmt den Kopf hoch, findet den freien Mann und legt den Ball gut temperiert auf meinen linken Fuß.“
Auch für ihn selbst war das Tor ein wichtiger Moment: „Das tut extrem gut. Ich würde lügen, wenn es nicht so wäre“, sagte Waldschmidt. „Das waren definitiv sehr schwierige Wochen, das kann ich nicht wegreden. Aber ich bin zu ehrgeizig, will zu viel und weiß, was ich kann, als dass ich mich hängen lassen würde.“
In Ulm ließ sich der Offensivspieler auch von zuvor vergebenen Chancen nicht unterkriegen. „Wenn ich einen vergebe, tut es kurz weg. Aber wichtig ist, dass ich in den Situationen bin.“ Das sei heute auch anders als vor ein paar Jahren. „Da hätte es länger an mir genagt. Es ist ein Prozess, wie man mit Fehlern umgeht. Ich bin Offensivspieler, muss ins Risiko gehen. Da passieren Fehler, ich werde Fehlpässe spielen, im Dribbling hängenbleiben. Wichtig ist, es immer und immer wieder zu probieren. Dafür wird man am Ende dann auch belohnt.“
Nach dem Sieg sei nun schon „ein bisschen Erleichterung“ bei der Mannschaft da, nachdem zuvor in drei Spielen kein Sieg gelungen war. „Wir wissen, was möglich ist und sind alle gewillt, das wieder auf den Platz zu bringen“, sagte Waldschmidt. „Wir hatten unter der Woche eine Sitzung und lassen die Situation nicht einfach über uns ergehen.“