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Maxi Schmid und Co.: Leihspieler im Fokus

18.11.2023

Auf der Suche nach dem nächsten Schritt hat der Weg von Maxi Schmid im Sommer nach Kerkrade geführt. Beim niederländischen Zweitligisten soll der 20-Jährige Spielpraxis sammeln und sportlich die nächsten ­Entwicklungsschritte gehen. Ein gutes Beispiel, warum Leihen für Spieler und Verein ein gutes Mittel sein können.

Kerkrade. Kleinstadt. 45.000 Einwohner. Ruhig.

Köln. Millionenstadt. Laut.

Nur rund 80 Kilometer liegen zwischen den beiden Städten und doch sind es gefühlt zwei verschiedene Welten. Zwei Welten, zwischen denen Maxi Schmid derzeit fast täglich im wahrsten Sinne des Wortes pendelt. Der ­talentierte Stürmer, im Nachwuchs des
1. FC Köln ausgebildet, ist seit dem Sommer an Roda JC Kerkrade ausgeliehen. Der 20-Jährige lebt weiter in Köln, trainiert und kickt aber kurz hinter der holländischen Grenze.

Schmid hat im Sommer Teile der Vorbereitung sowie das Trainingslager noch mit dem Bundesliga-Team des FC absolviert. Dann entschied er sich in Absprache mit den ­Verantwortlichen für den Schritt nach ­Kerkrade. Die Aussicht auf viel Spielzeit in der Bundesliga war nicht gegeben, während sich Schmid eine weitere Saison im Regional­liga-Team nur schwer vorstellen konnte. 13 Tore in 29 Spielen lautete seine Bilanz in der vergangenen Saison. „Ich fühlte mich bereit für den nächsten Schritt“, blickt Schmid auf seine Gedanken im Sommer zurück.

Doch warum ausgerechnet Kerkrade? Maxi Schmid gibt zu, den Namen vor den ersten Gesprächen noch nicht gehört zu haben. Als das Angebot da war, wollte er sich den Verein vor Ort zunächst anschauen. Und nach seinem Besuch konnte er sich den Wechsel sehr gut vorstellen. Das Stadion, in das fast 20.000 Zuschauer passen, vor allem aber die Gespräche mit den Verantwortlichen haben ihn überzeugt. „Ich habe mit dem Trainer oft telefoniert, er hat sich sehr um mich bemüht Sie wollten mich unbedingt und haben mir vermittelt, dass sie viel Potenzial in mir sehen“, sagt Schmid. Der Trainer hat ihm einen klaren Plan aufgezeigt, dass er die neue Nummer neun in Kerkrade werden könne und sie ihm zutrauen, dass er sich schnell im Sturmzentrum durchsetzt.

Laut FC-Geschäftsführer Christian Keller kann es unterschiedliche Anlässe für Leihen geben. Maxi Schmid ist dabei ein Beispiel für die am häufigsten auftretende Situation. „Leihen können sehr sinnvoll sein, um junge Spieler in ihrer Entwicklung zu fördern“, sagt Keller. Dann nämlich, wenn der Spieler für die U21 in der Regionalliga schon einen Schritt zu weit ist, aber noch nicht die Aussicht hat, in der Lizenzmannschaft eine feste Rolle zu spielen. „Für diese Spieler macht es Sinn, dass sie auf einem höheren Niveau als Regionalliga Wettkampfpraxis sammeln und so im Idealfall während des Leihzeitraums weitere Entwicklungsschritte in Richtung Lizenzmannschaft gehen.“

Die Suche nach dem richtigen Leihverein

Bei der Suche nach einem passenden Leihverein kommt es auf verschiedene Faktoren an, wie Christian Keller erläutert. Ein entscheidender Faktor ist natürlich das sportliche Niveau. Es gilt, einen Club zu finden, in dem der Spieler größtmöglich gefordert wird, sich mit hoher Wahrscheinlichkeit aber auch durchsetzt und somit auf Spielzeit kommt. Als weiterer Punkt sollte der Leih­verein eine ähnliche Spielidee verfolgen wie die FC-Profis, damit der Spieler auf die ­Anforderungen des FC-Bundesligateams vorbereitet wird. In diesem Zusammenhang spielt auch der Trainer eine entscheidende Rolle. „Es ist wichtig, dass das Trainerteam eines potentiellen Leihvereins Spieler ent­wickeln kann und nicht ausschließlich auf fertige Spieler setzt“, sagt Keller.

Und auch auf das Umfeld des Clubs achten die FC-Verantwortlichen. „Wir fragen uns, ob es ein Verein ist, in dem es öffentlich-medial auch einmal drunter und drüber gehen kann, oder ob der Verein ein ruhiges Umfeld bietet, in dem sich der Spieler mit weniger Trubel in Ruhe entwickeln kann“, sagt Keller und ergänzt: „Wir wollen, dass sich die jungen Spieler voll auf den Fußball fokussieren ­können, denn die meisten sind noch nicht so weit, dass sie die Nebengeräusche einfach ausblenden können.“

Nicht alle Leihspieler werden später den Sprung zu den FC-Profis schaffen. Doch Leihgeschäfte können auch dabei helfen, aus der guten Nachwuchsarbeit des FC ­Kapital zu schlagen. Im Idealfall, indem Spieler den Sprung in die Bundesliga-Mannschaft schaffen oder an andere Profivereine verkauft werden können, nachdem sie durch die Leihe ihren Marktwert gesteigert haben. „Auch jeder Spieler, der es aus unserem Nachwuchs in die zweite oder dritte Liga schafft, ist für uns ein Erfolg“, sagt Keller.

Alle Aspekte, die dem FC wichtig sind, treffen beispielsweise auch auf den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth zu und machen ihn damit zu einem passenden Leihpartner. Mit Torhüter Jonas Urbig und Stürmer Tim ­Lemperle spielen gleich zwei Spieler in dieser Saison beim „Kleeblatt“. Urbig war vergangene Rückrunde bereits an den SSV Jahn Regensburg ausgeliehen. Mit dem Jahn stieg der Keeper zwar aus der 2. Bundesliga ab, er selbst konnte sich aber mit gerade einmal 19 Jahren auf Anhieb einen Stammplatz erarbeiten und überzeugte mit guten Leistungen. Die Regensburger Fans wählten ihn am Ende der Spielzeit sogar zum Spieler der Saison, obwohl er nur die Hälfte davon das Jahn-Trikot getragen hatte.

Urbig und Lemperle: Stamm in Fürth

Urbig wechselte im Alter von acht Jahren in den FC-Nachwuchs und durchlief hier alle Jugendteams. Er wurde Junioren-Nationaltorhüter und setzte sich auch in Fürth auf Anhieb als Nummer eins durch. Tim Lemperle kam mit 15 Jahren ans Geißbockheim. Er kam für die FC-Profis bereits zu 26 Bundesliga-Einsätzen und durfte auch in der UEFA Europa Conference League wenige Minuten auflaufen. Nun soll er in Fürth konstant Spielpraxis auf Zweitliga-Niveau sammeln. Ein Plan, der – Stand Herbst 2023 – aufgegangen ist. Denn wie Urbig zählt auch Lemperle in Fürth zu den absoluten Stammspielern und bestreitet jedes Spiel von Beginn an.

Zurück bei Roda Kerkrade...

Dieser Text ist in Ausgabe 2 des Geißbock-Echos der Saison 2023/24 erschienen. Die ganze Geschichte sowie Informationen zu den weiteren Leihspielern lesen alle FC-Mitglieder in der neuen Ausgabe. Diese ist im geschlossenen Mitgliederbereich auf der Website abrufbar.

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