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FC stellt seine Gastronomie ganzheitlich nachhaltiger auf

16.1.2026

Gemeinsam mit Gastropartner Remagen hat der 1. FC Köln beim Heimspiel gegen den FC Bayern München die Stadionwurst erstmals in Bio-Qualität angeboten und damit dem Wunsch zahlreicher FC-Fans nach mehr Nachhaltigkeit beim Speisenangebot Rechnung getragen. Vor dem Rückrundenauftakt beim Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 am Samstag, 17. Januar 2026, geben Gerhard Reimholz, Leiter Business Catering, und Nikolaos Protogeros, Leiter Public Catering, im Interview einen Überblick über die Nachhaltigkeitsmaßnahmen in der FC-Gastronomie.

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Gerhard und Niko, Ihr verantwortet die gesamte FC-Gastronomie. Was gehört alles dazu?

Nikolaos Protogeros: Ich arbeite mit meinen Kolleginnen und Kollegen vor allem im RheinEnergieSTADION und kümmere mich um den Bereich Public Catering– also alle Büdchen im Stadionumlauf und im Außenbereich. Immer wichtiger wird für uns die Gastronomie im Franz-Kremer-Stadion bei den Heimspielen unserer FC-Frauen, der männlichen U21 und den Akademie-Mannschaften. Das sind über 50 Veranstaltungen pro Saison.

Gerhard Reimholz: Bei Heimspielen im RheinEnergieSTADION bewirten wir über 4.000 Gäste in verschiedenen Businessbereichen. Mit dem Club 78 können wir seit letztem Jahr einen ganz besonderen Bereich mit hohen gastronomischen Ansprüchen anbieten. Hinzu kommen über 350 Drittveranstaltungen pro Jahr in Müngersdorf und der Restaurantbetrieb mit weiteren Veranstaltungen sowie Mittagessen für die FC-Mitarbeitenden im renovierten Clubhaus am Geißbockheim.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für Euch in der Gastronomie?

Niko: In der FC-Gastronomie bewirten wir jährlich über eine Millionen Menschen. Dabei wirken sich Einkauf, Verarbeitung und Entsorgung von Lebensmitteln auch unmittelbar auf die Umwelt und die Gesellschaft aus. Wir möchten die negativen Auswirkungen entlang der Lieferkette weiter minimieren und unsere Gastronomie positiv für Menschen und Umwelt gestalten.

Gerhard: Unser gastronomisches Angebot gestalten wir geschmackvoll und nachhaltig. Eine nachhaltige Gastronomie bedeutet für uns alle sozialen, gesundheitsrelevanten, umwelt- und tierwohlbezogenen Aspekte in der Wertschöpfungskette in Einklang mit wirtschaftlichen und kundenorientierten Ansprüchen des FC zu bringen. Das ist kein einfacher Weg, aber wir gehen ihn Schritt für Schritt.

Was heißt das konkret?

Gerhard: Beispielsweise beziehen wir überwiegend regionale und saisonale Lebensmittel. Ich denke direkt an Merzenich Backwaren, Bento Box, Gaffel Kölsch oder die regionale Getränkeabfüllung unserer Softgetränke von Coca Cola. Im Businessbereich arbeiten wir mit nachhaltigkeitsorientierten Caterern zusammen. DEINspeisesalon stellt mit uns aktuell auf vorwiegend Bio-Ware um. In der Saison 2027/28 soll der Bio-Anteil bereits 80 Prozent betragen. Damit gehen wir auch das Thema Tierwohl an. Denn Bio-Qualität heißt neben Verzicht auf Pestizide, Kunstdünger oder Gentechnik auch artgerechte Tierhaltung.

Niko: Mit der Übernahme des Caterings in der Saison 2024/25 haben wir das vegetarische und vegane Speisenangebot ausgeweitet. Im Public Bereich gibt es nun Dinkelstangen, vegane Würstchen von Remagen, Gemüsetaschen von Haus des Döners oder auch mehr Pommes-Stände. Außerdem probieren wir immer neue Produkte aus. Die Partnerschaft mit unserem Gastro-Neuzugang Pizza Wolke ist hier ein gutes Beispiel. Zur Rückrunde 2025/26 haben wir unsere Wurstprodukte auf Bio-Qualität umgestellt. Das ist ein Meilenstein für den FC und die gesamte Bundesliga. Bei FC-Heimspielen sind alle Remagen-Bratwürste, aus denen auch die Currywurst hergestellt wird, nun Bio-zertifiziert.

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Was hat sich diese Saison noch geändert?

Niko: Wir haben den Wasserpreis deutlich reduziert, damit alle Fans günstig Wasser trinken können. Und mit neuen Öfen sparen wir in der kommenden Saison über 3000 Liter Frittierfett ein. Insgesamt gestalten wir das Gastronomieangebot im Spannungsfeld zwischen klassisch nachgefragten Produkten wie Bratwurst oder Kölsch und gesundheitsorientierten Produkten wie der Dinkelstange mit Gemüse und Hummus. Im Businessbereich und im Restaurantbetrieb haben wir da mehr Möglichkeiten, um eine breitere gesunde Produktpalette anzubieten.

Wie geht Ihr mit Lebensmittelüberschuss um?

Gerhard: Wir kennen unsere Gäste sehr gut und können relativ genau planen, was gegessen wird. Zudem haben wir von Buffet auf Tellergerichte umgestellt. Das reduziert den Überschuss an Lebensmitteln deutlich und garantiert gleichzeitig eine höhere Tellerqualität für die Gäste. Wenn doch bereits gekochte Lebensmittel übrigbleiben, arbeiten wir in Kooperation mit der FC-Stiftung und unseren Caterern an der sekundären Verwertung über gemeinnützige Foodsharing-Organisationen zusammen.

Welche Hebel gibt es noch, um Ressourcen im Catering zu sparen?

Niko: Mehrwegbecher sind ja ein Klassiker und bereits in fast allen Stadien der Standard. Wir schauen uns große, aber auch kleinere Möglichkeiten an, um weniger Material, Wasser oder Energie zu verbrauchen. Im Public Bereich haben wir zum Beispiel bei den neuen Grills darauf geachtet, dass kein Trennspray mehr benötigt wird.

Gerhard: Im Businessbereich haben wir zuletzt auf energieeffiziente Ceranfelder und K-Pods zum Warmhalten der Gerichte umgestellt. Aber auch kleinere Umstellungen können einen Unterschied machen: Soßen werden im Umlauf in Großspendern eingesetzt, im Businessbereich findet die Kaffeeausgabe mit Maschinen von KaffeePartner fast abfallfrei statt oder Pappschalen wurden durch Porzellanschalen ersetzt.

Hat Nachhaltigkeit überhaupt eine Relevanz für die Fans?

Gerhard: Ja, in Gesprächen zeigt sich ein hohes Interesse dafür, woher unsere Produkte kommen und wie wir produzieren. Wir möchten Nachhaltigkeit noch ganzheitlicher in unserer Gastronomie denken. Unser Ziel bleibt immer ein hochwertiges und kundenorientiertes Angebot, das unsere Gäste mit gutem Gewissen genießen dürfen. Ein nachhaltiger Gastronomieansatz stärkt auch das Vertrauen und die Verbindung zu unseren Gästen und Partnern.

Mehr Informationen zur FC-Nachhaltigkeitsstrategie gibt es hier.