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Vorgestellt: Armin Reutershahn und Lukas Sinkiewicz im Interview

31.3.2026

In Armin Reutershahn und Lukas Sinkiewicz hat der 1. FC Köln jüngst zwei Ergänzungen im Trainerteam vorgenommen. Im Interview mit fc.de sprechen die beiden Co-Trainer über die ersten Tage, die gemeinsame Arbeit und ihre Verbindung zum FC.

Hallo Armin, hallo Lukas, die ersten Trainingseinheiten liegen hinter Euch. Wie waren die ersten Tage beim FC?

Armin Reutershahn: Super! Ich bin ganz toll aufgenommen worden. Wir haben im Staff ein sehr gutes Klima. Mir gefällt das Niveau der Mannschaft. Das gibt mir ein sehr gutes Gefühl für das Wochenende.

Lukas Sinkiewicz: Da kann ich Armin nur bestätigen. Für mich ist es natürlich ein Zurückkommen. Seit ich als Spieler hier war, hat sich unglaublich viel verändert. Dadurch habe ich aber auch viele neue Erlebnisse und Eindrücke.

Was hat sich seit Deiner aktiven Zeit geändert?

Sinkiewicz: Der Trakt der Lizenzspieler sieht jetzt ganz anders aus. Man trifft viele neue Gesichter. Die Menschen am Geißbockheim sind jünger geworden oder ich eben älter (lacht). Insgesamt ist es schon eine große Veränderung.

Wie hast Du früher von außen auf den FC geblickt, Armin?

Reutershahn: Meine erste Begegnung mit dem FC hatte ich während meines Studiums. Ich habe hier studiert und stand damals oft für fünf Mark in der Südkurve. Ich habe auch häufiger beim Training vorbeigeschaut, weil ich von der Mannschaft begeistert war. Christoph Daum war der Trainer – Klaus Fischer, Tony Woodcock oder Toni Schumacher waren alle Nationalspieler. Später habe ich auch meinen Fußballlehrer hier gemacht. Dadurch ist eine enge Verbundenheit mit der Stadt entstanden. Auch für mich ist es ein Stück weit nach Hause kommen.

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Wie hast Du den Sonntag nach dem Derby erlebt?

Reutershahn: Am Nachmittag war ich beim Tennisspiel meiner Tochter, als ich den Anruf vom FC bekam. Noch am Abend habe ich mich das erste Mal mit René getroffen. Das Gespräch war sehr angenehm, deswegen haben wir dann beschlossen, dass wir die Aufgabe gemeinsam angehen wollen. Am nächsten Tag standen wir schon zusammen auf dem Platz.

Wie hat sich Kess bei Dir gemeldet, Lukas?

Sinkiewicz: Mit Kess hatte ich unregelmäßig Kontakt. Wir haben gelegentlich telefoniert, zuletzt hatte ich ihm zum Geburtstag gratuliert. Dann hat er mich in der vergangenen Woche angerufen und gefragt, ob ich mir diese Rolle vorstellen könne. Ich habe um ein bisschen Bedenkzeit gegeben. Danach hat mich René zuhause besucht, am Tag später habe ich zugesagt.

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Du hast in den letzten Jahren Abstand vom Profi-Fußball genommen. Warum war jetzt der Zeitpunkt, um auf die BL-Bühne zurückzukehren?

Sinkiewicz: Die Bundesliga habe ich natürlich weiterhin verfolgt. Aber es stimmt, zuletzt war ich Trainer einer U10. Man kann also sagen, dass ich von der U10-Trainerbank zum Co-Trainer in der Bundesliga aufgestiegen bin (lacht). Der Weg zu einem Trainerjob in der Bundesliga ist nicht leicht. Ich habe in der Oberliga trainiert, hatte aber immer Ambitionen nach oben. Als Spieler habe ich immer auf Profiniveau gespielt, deshalb ist mir die Arbeit in einem Amateurclub nicht so leicht gefallen.

Habt Ihr Aufgabenbereiche definiert, die Ihr im Trainerteam übernehmen werdet?

Reutershahn: Das ist sehr vielfältig. Man kann nicht sagen, dass Sinke dafür zuständig ist und ich hierfür. Wir stimmen uns untereinander ab. Klar, ich habe einige Spiele mehr auf dem Buckel. Mir war es aber wichtig, dass ich auch auf dem Platz arbeite. Ich möchte nicht nur dabeistehen und meine Erfahrung weitergeben. Ich will Dinge vorbereiten und die Jungs auf dem Feld mit weiterentwickeln. Das ist meine Berufung.

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Jan Thielmann hat verraten, dass Du viel Temperament mit auf den Platz trägst, Lukas. Ist das explizit eine Qualität, die Du einbringen möchtest?

Sinkiewicz: Ich versuche es jedenfalls. Wir haben alle denselben Anspruch: Wir wollen gewinnen. Dafür brauchen wir alle möglichen Mittel. Wenn es mal ruhiger ist und wir eine laute Stimme brauchen, bin ich schon ein temperamentvoller Typ. Trotzdem bleibe ich realistisch und kann die Situationen gut einordnen. Die Jungs können immer zu uns kommen, das ist wichtig. Die ersten Tage haben schon unheimlich viel Spaß gemacht, ich konnte von Armin und seiner Erfahrung bereits viel mitnehmen.

Erfahrung ist ein gutes Stichwort. Armin, Du hast in Bundesliga schon viel erlebt. Wie ordnest Du die sportliche Situation ein?

Reutershahn: Wir dürfen uns die Situation nicht schönreden. Nach der ersten Woche habe ich aber ein sehr gutes Gefühl, weil alle in eine Richtung arbeiten. Das habe ich über die Jahre schon anders erlebt, da lag der Fokus nicht auf der gemeinsamen Arbeit. Das ist hier absolut der Fall – auch im Staff. Im Fußball passieren jedoch auch Dinge, die man nicht vorhersehen kann. Deswegen müssen wir bis zum letzten Spiel hellwach bleiben. Das macht die Mannschaft bislang. Die Jungs geben in jeden Training Gas.

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Hast Du denselben Eindruck, Lukas?

Sinkiewicz: Ich kenne den Verein schon sehr lange, kann aber sehr neutral und nüchtern auf den FC schauen. Ich habe in Augsburg und Regensburg gelebt, dadurch habe ich auch einen anderen Blickwinkel auf die Stadt Köln bekommen. In Köln gibt es oft nur Extreme – nach oben und unten. Wir wollen die Tendenz der letzten Wochen brechen und unsere Arbeit erfolgreich gestalten. Das ist unser Ziel.

Wie groß ist die Vorfreude auf das erste Spiel?

Sinkiewicz: Ich freue mich schon, bin aber ein Charakter, der selten Vorfreude verspürt. Ich genieße es meist erst danach, das war während meiner aktiven Karriere auch schon so. Ich versuche sachlich und mit wenigen Emotionen an die Aufgabe zu gehen, danach können wir uns dann hoffentlich über drei Punkte freuen.

Reutershahn: Bei mir ist es genauso. Man findet oft erst zwischen den Trainerstationen die Zeit, um rückblickend zu sehen, was man geleistet hat. Dann kann man es erst richtig genießen. Wir spielen alle drei bis sieben Tage, da liegt der Fokus gleich wieder auf dem nächsten Spiel. Aber klar, es ist für mich eine besondere Partie, weil ich bei der Eintracht zehn Jahre lang gearbeitet habe und meine Kinder in Frankfurt aufgewachsen sind. Mein Fokus liegt aber auf den drei Punkten. Da ist es egal, gegen wen es geht.