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Franz Kremer

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Der Boss

Franz Kremer war der legendäre, bis heute unvergessene, erste FC-Präsident nach der Fusion von Kölner BC und Spielvereinigung Sülz 07 am 13. Februar 1948. Er trug durch sein unermüdliches und avantgardistisches Wirken maßgeblich dazu bei, dass der FC zum Spitzenclub avancierte.

Anfänge auf den „Poller Wiesen“ und an der Luxemburger Straße

Franz Kremer wurde in Köln-Klettenberg geboren und wuchs auch dort auf. Er besuchte zunächst die katholische Volksschule in der Lohrbergstraße und anschließend bis 1925 das Kaiser-Wilhelm-Gymnasium, wo er auch das Abitur machte. Auf den Poller Wiesen kam Franz Kremer erstmals mit dem Fußball in Berührung. Dort hatte auch der Kölner TV 1843 seine Spielplätze, so dass er sich 1918 dem „KTV“ anschloss und in der soeben gegründeten Jugendabteilung aktiv war. Schon nach kurzer Zeit wählten ihn die Mitspieler zum Spielführer. Am 22. Juni 1919 wurde Franz Kremer durch die „Vermittlung“ von Schulfreunden dann Mitglied des näher am Elternhaus gelegenen Klettenberger Vereins Kölner BC 1901 (KBC), wo er zunächst in der „IIa-Jugendmannschaft“ kickte. Auch beim KBC avancierte der Mittelläufer zum Spielführer, betrieb neben dem Fußball noch Tennis, Leichtathletik und Feldhockey. Schon früh engagierte sich Franz Kremer im Verein auch außersportlich, gehörte zwischen Herbst 1923 und September 1924 zu den Mitgliedern, die sich aktiv am Neubau des KBC-Platzes an der Luxemburger Straße/Ecke Militärringstraße beteiligten. 1925 begann er eine kaufmännische Ausbildung, die er drei Jahre später erfolgreich abschloss. Anschließend startete die berufliche Karriere als Kaufmann bei der Leonhard Tietz AG, die schon 1929 insgesamt 43 Kauf- und Warenhäuser betrieb. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten war das Unternehmen schwerwiegenden Veränderungen unterworfen. Die Inhaber- und Gründerfamilie wurde enteignet und emigrierte ins Ausland. Im Rahmen der so genannten „Arisierung“ erfolgte schließlich die Umbenennung in „Westdeutsche Kaufhof AG“.

Von Beuthen nach Paris

Als Filialleiter im oberschlesischen Beuthen tätig, beendete der 2. Weltkrieg sein bisheriges Berufsleben: ab 1940 arbeitete Franz Kremer als Einkäufer für die Kriegsmarine im von der Deutschen Wehrmacht besetzten Paris. In der französischen Hauptstadt entstand nicht nur seine zeitlebens bestehende Sympathie zu Frankreich, sondern auch die Liebe zu Liselotte, die er dort kennenlernte und 1944 heiratete. Im nach dem Krieg fast vollständig zerstörten Köln gründete Franz Kremer 1946 die „Franz Kremer KG“, ein Handelsunternehmen für Werbe- und Geschenkartikel sowie für Drucksachen und Büroorganisationsmittel. Das Unternehmen etablierte sich schnell und erfolgreich, viele seiner Kunden kannte Franz Kremer aus seiner Zeit als leitender Angestellter der „Kaufhalle“. Am Wiederaufbau des aufgrund der Kriegsfolgen ebenfalls darniederliegenden KBC wollte sich Franz Kremer aktiv beteiligen, zumal er seit 1946 als 2. Vorsitzender amtierte. Er nutzte seine Kontakte, um die Not zu lindern und das Nötigste zur Wiederaufnahme des Sportbetriebs heranzuschaffen. Am 8. Februar 1947 wurde er schließlich zum 1. Vorsitzenden des KBC gewählt. Vereinsintern war in jenen Nachkriegsjahren regelmäßig über mögliche Fusionen zur Bündelung der Kräfte mit anderen Kölner Klubs diskutiert worden, zumal die erste KBC-Fußballmannschaft ab der Saison 1947/48 erstmals in der Vereinsgeschichte drittklassig spielte. Im Herbst 1947 plante man eine schriftlich belegte Fusion mit dem SV Union Köln, die jedoch am Veto der Union-Mitglieder scheiterte. Die wirklich entscheidende Fusion sollten indes zwei Männer der Nachbarvereine KBC und Spielvereinigung Sülz 07 auf den Weg bringen, die sowohl aufgrund ihrer Positionen im Sport als auch im Berufsleben in engem Kontakt standen: Fritz Plate (Sülz 07) und Franz Bolg (KBC). Beide amtierten als Spielausschussobmänner ihrer Klubs und waren im Bereich des Sanitärhandwerks- beziehungsweise Handels tätig. Im privaten Gespräch entwickelten Bolg und Plate die Idee zur Fusion von KBC und Sülz 07. Beide waren sich darüber einig, dass der ideale Vorsitzende des neuen Vereins Franz Kremer wäre.

„Wollt ihr mit mir Deutscher Meister werden?“

„Mit dem berühmten Satz ‚Wollt ihr mit mir Deutscher Meister werden‘ warb Franz Kremer für die geplante Fusion und wurde am 13. Februar 1948 einstimmig zum ersten Präsidenten des 1. FC Köln gewählt. Der FC sollte fortan sein Leben bestimmen. Seine exzellenten Beziehungen zu Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Kultur zahlten sich für den von der restlichen Kölner Fußballszene kritisch beäugten, neuen Verein aus. Sportfreudige Unterstützer wie den Großmetzger Jupp Schlömer oder den „Schinkenimporteur“ und späteren Karnevalsprinzen Hubert Camps konnte er als erste Sponsoren gewinnen und so die Spieler mit Lebensmittelpaketen versorgen. Später brachte er unter anderem die über Jahrzehnte bestehende Partnerschaft mit dem „Kaufhof“ auf den Weg. Unter der weitsichtigen Führung von Franz Kremer entwickelte sich der 1. FC Köln schnell zum überregional erfolgreichen Club. Ein wichtiges Ziel von Franz Kremer war zudem, der FC-Familie ein zweckmäßiges und repräsentatives Clubhaus zu bieten. Auf seine Initiative hin richtete man bereits 1949 ein „Sonderkonto zur Schaffung einer Großsportanlage“ ein. Nur vier Jahre später konnte das neue Geißbockheim seiner Bestimmung übergeben werden und galt damals als modernstes Clubhaus Deutschlands. „Unsere Kasse ist leer, aber die Sorgen haben sich gelohnt“, sagte Franz Kremer im Rahmen der Geißbockheim-Eröffnung.

Großes Engagement für die Einführung der Bundesliga

Seit Anfang der 1950er Jahre setzte sich Franz Kremer intensiv für die Einführung einer eingleisigen, bundesweiten Spielklasse ein, die schließlich 1963 zur Realität wurde. Sich selbst bezeichnete Franz Kremer augenzwinkernd als „demokratischen Diktator“, über dessen Tisch seit der FC-Gründung jeder Vertrag ging. „Nein, ein Diktator im eigentlichen Sinne bin ich nicht, wenn es auch stimmt, dass ich viel allein entscheide. Aber schließlich kenne ich jeden Vertrag, lese jeden Brief, führe zahllose Telefonate. Ich bin also bestens informiert. Und trotzdem geht es bei uns demokratisch zu, schließlich berate ich mich ja mit meinen Vorstandskollegen“, so Franz Kremer in einem Interview. Angestellte und Spieler nannten ihn respektvoll nur „Boss“. Besonders widmete er sich „seinen“ Spieler, denen er auch dabei half, sich wirtschaftlich für die Zukunft aufzustellen. Bei jedem Training und jeder Teambesprechung war Franz Kremer dabei, begleitete das Team zu den Auswärtsspielen im Mannschaftsbus. Etliche Spieler schätzten ihn als väterliche Bezugsperson und Berater. Sein unermüdliches Engagement für den FC trug mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaften 1962 und 1964 reiche Früchte. „Tradition hat nur dann Sinn, wenn der Wille zu noch größeren Taten vorhanden ist“, lautete sein Wahlspruch.

Plötzlicher Tod schockt den FC und ganz Fußballdeutschland

Tiefe Trauer schockte und lähmte den FC und die Stadt, als Franz Kremer am 11. November 1967 in seinem Haus in der Franzstraße an den Folgen eines Herzinfarktes verstarb. Ganz Köln, ja ganz Fußballdeutschland nahm Anteil an diesem unersetzlichen Verlust. Am 15. November 1967 bahrte man den Leichnam von Franz Kremer vier Stunden lang im Clubhaus auf. Die Jugendabteilung bildete in Spielkleidung das Ehrenspalier, Vorstand und Mitarbeiter verabschiedeten sich. Einen Tag später fand unter großer öffentlicher Anteilnahme die Beisetzung auf dem Kölner Südfriedhof statt. Tausende kamen zur Beerdigung von Franz Kremer, darunter zahlreiche Prominente aus Sport, Politik, Kultur und öffentlichem Leben. Beim Spiel gegen den MSV Duisburg am 18. November 1967 lag auf dem nun verwaisten Stuhl des Präsidenten ein Bukett rot-weißer Nelken. Die über 19-jährige Präsidentschaft von Franz Kremer war beendet, bleibt aber für immer unvergessen.

Franz Kremer

Geboren: 30.07.1905 in Köln

Verstorben: 11.11.1967 in Köln

Funktion: Präsident

Laufbahn als Funktionär

1946-08.02.1947 Kölner BC (KBC) (2. Vorsitzender)

08.02.1947-13.02.1948 Kölner BC (KBC) (1. Vorsitzender)

13.02.1948-11.11.1967 1. FC Köln (Präsident/1. Vorsitzender)

Erfolge während der Präsidentschaft beim 1. FC Köln

Deutscher Meister 1962, 1964

Deutscher Vizemeister 1960, 1963, 1965

DFB-Pokal-Finalist 1954

Westdeutscher Meister 1954, 1960, 1961, 1962, 1963

Westdeutscher Pokalsieger 1953, 1964

Westdeutscher Vizemeister 1953, 1958, 1959

Westdeutscher Pokalfinalist 1958

Mittelrheinmeister 1949, 1965 (Amateure)

Ehrungen und Auszeichnungen/Mitgliedschaften

-1950: Silberne Ehrennadel 1. FC Köln für besondere Verdienste um den Club

-1953: Goldene Ehrennadel des 1. FC Köln für besondere Verdienste um den Club (als erstes FC-Mitglied)

-1960: Silberne Ehrennadel des westdeutschen Fußballverbandes

-05.04.1963: Goldene Medaille des nationalen Sportverdienstordens des Großherzogtums Luxemburg

-Mai 1964: Überreichung Silberschale durch die Stadt Köln für besondere Verdienste „Dem Bürger Franz Kremer – die dankbare Stadt Köln“

-Goldene Ehrennadel des Westdeutschen Fußballverbandes am 12.09.1953

-Silberne Ehrennadel des DFB

-Silberne Ehrennadel des Fußballverbandes Mittelrhein

-22.10.1966: Goldene Ehrennadel des DFB

-Goldene Ehrennadel mit Brillanten von Real Madrid

-seit 18.10.1963 Ehrenmitglied 1. FC Köln

-17.09.1965: Überreichung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch Kölns Oberbürgermeister Theo Burauen (verliehen am 09.08.1965 von Bundepräsident Heinrich Lübke)

-19.06.1965: Silberne Ehrennadel Fußballverband Mittelrhein

-Ab 1948: Vorsitzender der Interessengemeinschaft Kölner Ligavereine

- ab 1952: Vorsitzender der Interessengemeinschaft westdeutschen Vertragsspielervereine

-Mitglied im Ausschuss deutscher Vertragsspieler-Vereine

-Vorstandsmitglied Westdeutscher Fußballverband

-Vorstandsmitglied des DFB

-ab 1963 Mitglied Bundesligaausschuss, ab 1964 Vorsitzender

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