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Hans Schäfer

Ein Leben für den FC

Wohl kein Spieler symbolisiert den 1. FC Köln so sehr, wie Hans Schäfer. Unglaubliche 17 Jahre lang trug der Mann aus Zollstock das FC-Trikot, führte den Club als Kapitän zu zwei deutschen Meisterschaften und steht sowohl für die rasante Entwicklung des Vereins in den ersten Jahren nach seiner Gründung, als auch für die späteren Erfolge. In 711 FC-Spielen wurde der Weltmeister von 1954 zu DER FC-Legende schlechthin und zu jedem FC-Heimspiel versammeln sich die FC-Fans in der nach ihm benannten „Hans Schäfer Südkurve“.

Hans Schäfer, der laut Geburtsurkunde eigentlich „Johann“ hieß wurde zwar in Köln-Sülz geboren, wuchs jedoch im Stadtteil Zollstock auf. Unweit vom Elternhaus waren die Fußballer der DJK Rheinland Zollstock aktiv und auch Vater Hugo Schäfer war ein großer Freund des Vereins aus dem Kölner Süden. Fast schon zwangsläufig wurde Hans als Zehnjähriger in die Jugendabteilung der DJK aufgenommen, wo man das außergewöhnliche Talent des Linksfußes schnell erkannte. Nach dem Besuch der Volks- und Mittelschule absolvierte Hans Schäfer eine Frisörlehre im elterlichen Geschäft, der sich später eine vom FC vermittelte Kaufmannslehre in der Parfümerieabteilung des „Kaufhof“ anschloss. Seine fußballerischen Qualitäten blieben anderen Vereinen nicht verborgen, und 1947 sollte Hans Schäfer eigentlich zur Spielvereinigung Sülz 07 wechseln, wäre eben jener Transfer nicht am Widerstand der Zollstocker (vorerst) gescheitert.

Köln – Volkmarsen – Köln

Um die komplizierten Wechselstatuten zu umgehen, griff der Sülz 07-Vorstand in die Trickkiste: Das Deutschland der Nachkriegszeit war in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Laut Statuten durften Aktive die die Zone wechselten auch spielen und unterlagen keiner Sperre. So schickte man Hans Schäfer 1947 von der britischen in die amerikanische Zone zum nordwestlich von Kassel gelegenen VfR Volkmarsen. Nur ungern ließ man beim VfR den Leistungsträger auf den Tag genau ein Jahr später wieder nach Köln ziehen. Sülz 07 hatte inzwischen mit dem KBC zum 1. FC Köln fusioniert und Hans Schäfer sollte beim neuen, ambitionierten Club auf Anhieb eine wichtige Rolle spielen. Direkt sicherte er sich einen Stammplatz im Team von Spielertrainer Hennes Weisweiler, dessen akribische Arbeit auch Hans Schäfer stetig besser machte. Rasch stellten sich die ersten Erfolge ein: Aufstieg in die Oberliga West, Etablierung in der höchsten Spielklasse. 1953 wurde Hans Schäfer, den Fans und Mitspieler ob seines kölschen Dickkopfes liebevoll nur „die Knoll“ nannten, mit 26 Treffern erstmals Torschützenkönig der Oberliga West. Schon zuvor feierte der Linksaußen die perfekte Premiere in der Nationalmannschaft: beim 5:1-Sieg gegen die Schweiz stürmte er neben Fritz Walter und erzielte zwei Tore.

Traumpaar Schäfer-Röhrig

Dass der trickreiche Dribbler beim FC so glänzen konnte, hatte neben seinen eigenen, herausragenden Fähigkeiten noch einen weiteren Grund: Mit der Verpflichtung von Jupp Röhrig im Sommer 1950 hatte man ihm einen kongenialen Partner an die Seite gestellt. Röhrig, der technisch versierte, elegante Spielmacher lieferte Schäfer die passenden Vorlagen und der verwertete sie mit verblüffender Sicherheit. Gut zehn Jahre lang wirbelte das Duo Röhrig/Schäfer die gegnerischen Abwehrreihen durcheinander. Dabei war Hans Schäfer kein „sturer“ Linksaußen, der nur auf seiner Position „festklebte“, sondern ein kampfstarker Offensivantreiber, der immer wieder ins Sturmzentrum drängte und dort mit einmaliger Treffsicherheit massenhaft Tore erzielte. In der Spielzeit 1953/54 wurde der FC erstmals westdeutscher Meister und erreichte das später gegen den VfB Stuttgart verlorene DFB-Pokalfinale – auch dank der Tore von Schützenkönig Hans Schäfer, der inzwischen auch in der Nationalmannschaft gesetzt war und 1954 an der Weltmeisterschaft in der Schweiz teilnahm. Das Turnier endete mit dem legendären Triumph der Herberger-Elf, die sich am 4. Juli 1954 nach einem 3:2-Endspielsieg gegen die favorisierten Ungarn den Weltmeistertitel sicherte. Auch Hans Schäfer war einer der „Helden von Bern“, er hatte sogar die Vorarbeit zum Siegtor von Helmut Rahn geleistet.

Bester Linksaußen der Welt

Die internationale Presse feierte ihn anschließend als „besten Linksaußen der Welt.“ 1958 in Schweden und 1962 in Chile bestritt der 39-fache A-Nationalspieler noch zwei weitere WM-Turniere und war damit erster deutscher Spieler, der an insgesamt drei Weltmeisterschaften teilnahm. Mit dem FC feierte er in den kommenden Jahren große Erfolge. Neben vier Westdeutschen Meisterschaften und einem verlorenen Finale um die Deutsche Meisterschaft, waren Hans Schäfer und der FC am 12. Mai 1962 endlich am Ziel: nach einem überragenden 4:0 im Endspiel gegen Titelverteidiger 1. FC Nürnberg ging die Schale erstmals nach Köln. Ab 1958 war Hans Schäfer FC-Kapitän und damit Nachfolger von Jupp Röhrig, wechselte zudem von der Linksaußenposition erfolgreich in die des Halbstürmers. Die deutsche Sportpresse wählte ihn 1963 zu Deutschlands Fußballer des Jahres, nur ein Jahr später dann das letzte Titel-Highlight einer langen Karriere: Der 1. FC Köln wurde, auch dank seines Kapitäns, der erste Deutsche Meister der neu gegründeten Bundesliga, bevor er 1965 seine aktive Laufbahn beendete. Von 1965 bis 1969 war Hans Schäfer dann als Trainerassistent und Team-Betreuer für den FC tätig, gewann so 1968 den DFB-Pokal.

Authentisch, ehrlich, menschlich

Anschließend zog sich „die Knoll“ aus dem Fußballgeschäft zurück, bereits zuvor war er in den Geschenkartikelvertrieb seines engen Vertrauten Franz Kremer eingestiegen. Die Fans liebten den kölschen Jung“, der sagte was er dachte, authentisch und ehrlich war. Großer Rummel um seine Person war Hans Schäfer immer zuwider. Am deutlichsten wurde dies, als er 2004 die vielen Einladungen anlässlich des Jubiläums des „Wunder von Bern“ und der gleichnamigen Filmpremiere gänzlich ablehnte. Es drängte ihn nie an die Öffentlichkeit. Wenn es aber um den FC ging, machte er gerne Ausnahmen und repräsentierte seinen Club. Alle paar Tage schaute er am Geißbockheim vorbei, ging über den Flur, grüßte vom Praktikanten bis zum Geschäftsführer jeden Mitarbeiter, nickte freundlich in alle Büros und war für jeden ansprechbar. Hans Schäfer selbst spielte dabei keine Rolle – er gab nicht den Weltmeister, der menschlich geblieben ist, er war es einfach. Am FC-Geschehen nahm er zeitlebens regen Anteil, besuchte jedes Heimspiel gemeinsam mit Ehefrau Isis. Erst als Alter und Krankheit den Weg nach Müngersdorf immer mehr erschwerten, wurden die Stadionbesuche weniger. Knapp drei Wochen nach seinem 90. Geburtstag verstarb die FC-Legende im Kreise der Familie.

Hans Schäfer

Geboren: 19.10.1927 in Köln

Verstorben: 07.11.2017 in Köln

Position: Angriff, offensives Mittelfeld

FC-Trikotnummer: 11, 10, 8

FC-Pflichtspiele: 506

Pflichtspieltore: 306

FC-Freundschaftsspiele: 205

Tore: 195

Total

Spiele: 711

Tore: 501

Erfolge beim 1. FC Köln

Mittelrheinmeister 1949/Aufstieg in die Oberliga West

Westdeutscher Meister: 1954, 1960, 1961, 1962, 1963

Westdeutscher Pokalsieger: 1953, 1964

Deutscher Vizemeister 1960, 1963, 1965

Deutscher Meister 1962, 1964

DFB-Pokal-Finalist 1954

Westdeutscher Pokal-Finalist 1958, 1960

Westdeutscher Vizemeister 1953, 1958, 1959

Torschützenkönig Oberliga West 1953 (26 Tore), 1954 (26 Tore)

DFB-Pokalsieger 1968 (als Assistenztrainer)

Kapitän 7/1958-6/1965

Ab 12.10.1960 Ehrenmitglied 1. FC Köln

Laufbahn als Spieler

1937-1938 DJK Rheinland Zollstock (Jugend)

1938-1944 SV 05/08 Zollstock (Jugend)

1945-1947 SV 05/08 Zollstock, bzw. SV Rot-Weiß Zollstock

1947-1948 VfR Volkmarsen

01.08.1948-7/1965 1. FC Köln

39 A-Länderspiele/15 Tore für Deutschland (alle für den 1. FC Köln) (1952-1962)

2 B-Länderspiele/3 Tore für Deutschland (alle für den 1. FC Köln) (1951-1953)

Erfolge

Weltmeister 1954

WM-Teilnehmer 1954 (Schweiz), 1958 (Schweden), 1962 (Chile)

Fußballer des Jahres in Deutschland 1963

Rekordtorschütze der Oberliga West (223 Tore)

1958: Goldplakette und goldene Ehrennadel des DFB

10.10.1958, 12.10.1960: Goldplakette des 1. FC Köln

1960: Goldene Ehrennadel westdeutscher Fußballverband

18.10.1963 Goldene Ehrennadel mit Brillant des 1. FC Köln (als erster Spieler)

Laufbahn als Trainer:

01.07.1965-30.06.1969 1. FC Köln (Assistenztrainer)

Laufbahn als Funktionär

21.11.1991-31.12.2009 1. FC Köln (Ehrenrat)

01.01.2010-17.11.2010 1. FC Köln (Vereinsbeirat)

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